Weidenrinde hilft gegen Schmerzen

Weidenrinde (Salicis cortex), die von verschiedenen Weidenarten stammen kann, wird in der Heilkunde schon seit Jahrhunderten verwendet. Für die Kelten war die Weide ein heiliger Baum und wurde auch für Heilzwecke eingesetzt.

Der Einsatz der Silber-Weide als Heilmittel ist genauso alt wie das Bedürfnis des Menschen, seine Schmerzen zu lindern. Genauere Hinweise über die Anwendungsart finden sich jedoch erst ab der Zeit der Griechen und Römer, weil noch ältere Aufzeichnungen Opfer einer systematischen Vernichtung geworden sind. So ist beispielsweise in den Schriften des Hippokrates eine Empfehlung vermerkt, dass zur Linderung von Schmerzen ein Tee aus Silber-Weide eingesetzt werden sollte. Im alten Griechenland beschrieb Dioskurides diese Pflanze in seinem Werk De Materia Medica und empfahl sie als Heilmittel gegen Gicht und andere Gelenkkrankheiten.

Wie wirkt Weidenrinde?

Die Weidenrinde enthält Salicin, das im Körper zunächst in Salicylalkohol und später in den wohlbekannten entzündungshemmenden Stoff Salicylsäure umgewandelt wird. Diese auf natürliche Weise entstandene Salicylsäure wirkt langsamer und schwächer als die synthetische Acetylsalicylsäure, aber ihre Wirkung hält länger an und sie ruft weniger unerwünschte Nebenwirkungen im Magen hervor.

Heilmittel selbst herstellen

Die meisten Wirkstoffe der Weidenrinde sind in Wasser und Alkohol löslich. Wenn Sie dreimal täglich einen Aufguss (Tee) zu sich nehmen oder 300–500 mg Weidenrinde in Pulverform einnehmen, erreichen Sie eine Tagesdosis von 60–120 mg Salicin.

Die Weidenrinde wird am leichtesten im Frühjahr von jungen, etwa 2–5 Jahre alten Zweigen geschält.

Wer bisher keine Erfahrungen mit der Zubereitung eines Tees aus Weidenrinde bzw. anderen Rinden hat, kann sich mit diesen Tipps behelfen: Einen Teelöffel der fein zerkleinerten Weidenrinde 1–2 Stunden in 250 ml kaltem Wasser ansetzen und anschließend aufkochen. Danach zugedeckt noch 15 Minuten stehen lassen, abgießen und den frisch zubereiteten Tee nach den Mahlzeiten einnehmen. (In den Anweisungen der Europäischen Arzneimittel-Agentur steht, dass die Weidenrinde in kaltes Wasser gegeben wird, das dann aufgekocht und abgedeckt 15 Minuten sieden gelassen wird.) Täglich 1–2 Tassen davon schluckweise trinken.

Eine Kur mit diesem Tee sollte höchstens 30 Tage lang dauern, danach ist eine Unterbrechung notwendig.

Gegen Fieber, Grippe, Kopfschmerzen, Schmerzen und Rheuma werden der oben beschriebene Tee oder aber Kapseln oder Tinkturen mit Silber-Weide eingesetzt.

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