Und du, hast du eigentlich nie Schmerzen?

Diese dumme Frage höre ich jedes Mal, wenn jemand erfährt, dass ich keine Schmerztabletten zuhause habe.

Natürlich habe ich Schmerzen, und zwar häufig, aber ich habe im Laufe der Jahre gelernt, dass ich fast jeden Schmerz auflösen, einfrieren, auffressen oder mit etwas anderem übertönen kann.

Wenn Sie den kreativen Umgang mit Schmerzen noch nicht erlernt haben, hoffe ich inständig, dass Sie beim Lesen unseres Buchs „Heilkräuter und Gewürze gegen Schmerzen“ verstehen, dass Schmerzen kein Blitz aus heiterem Himmel sind, der allein durch Schmerztabletten vertrieben werden kann. Schmerzen fallen nicht vom Himmel, sondern entstehen durch Prozesse im Körper. Wer weiß, warum Schmerzen entstehen, hat gute Chancen, sie schnell wieder dorthin zurückzuschicken, wo sie hergekommen sind.

Schmerzen auflösen

Wärme ist ein Wundermittel. Sie erweicht das Gewebe, lindert Krämpfe und verbessert die Durchblutung, sodass zahlreiche Probleme gelöst werden können. Wenn Schmerzen durch Undurchlässigkeit, Verkrampfungen oder andere Blockaden im Körper ausgelöst werden, helfen ein heißes Bad, ein Saunabesuch, eine Wärmflasche, eine warme Kompresse oder eine Salbe mit Wärmewirkung besser als Tabletten, die nur unser Schmerzempfinden abschalten.

Durch das Trinken von warmem Tee erwärmen sich die Verdauungsorgane und der Darm, sodass die Wärme an sich manchmal sogar mehr bewirkt als die Wirkstoffe im Tee. Schon vor 30 Jahren empfahl mir eine erfahrene Thailänderin, bei Regelschmerzen einen halben Liter warmes Wasser zu trinken. Sie sagte, dass das in Thailand jedes Mädchen weiß – warmes Wasser im Darm erwärmt die Eierstöcke und die Gebärmutter von innen, sodass der Schmerz nachlässt. Wenn Sie zusätzlich noch Wärme von außen hinzufügen, geht alles noch viel schneller.

Einst galt ein warmer Ziegelstein als Erste Hilfe, man kann aber auch Dinkelspelz erhitzen oder noch besser, ein Kirschkernkissen oder ein Wärmekissen mit Tonkugeln. Diese passen sich perfekt dem Körper an und können überall dort angewandt werden, wo Steifheit und nicht genügend Durchlässigkeit verspürt werden.

Warme Kompressen, Salben, Kissen und Pflaster wirken direkt auf die Haut und können sie reizen. Am häufigsten werden Meerrettich, Chili, Kampfer, Nelken und Zimt verwendet. Obwohl sie leichte Rötungen an der Applikationsstelle verursachen, handelt es sich um eine harmlose und vorübergehende Nebenwirkung. Es ist viel wichtiger, dass sie durch ihr Wirken Schmerzen effektiv beseitigen.

Zahlreiche Studien, in denen Extrakte, Cremes und Pflaster getestet wurden, haben gezeigt, dass Chili das Schmerzempfinden um mindestens 30 Prozent lindert. Chili wirkt auf mehreren Ebenen: es erzeugt lokal ein warmes Gefühl, während Acetylsalicylsubstanzen, die denen von Weidenrinde, Echtem Mädesüß und synthetisierten Substanzen (z. B. Aspirin) ähneln, Entzündungen lindern und das Blut verdünnen. Zusätzlich stimuliert es die Freisetzung von körpereigenen schmerzstillenden Stoffen (Endorphinen) und reduziert die Wirkung von Nozizeptoren, wodurch unsere Schmerzschwelle gesenkt wird.

Wärmesalben sind daher eine große Hilfe, insbesondere bei chronischen Schmerzen, wenn eine längere Behandlung erforderlich ist.

Schmerzen einfrieren und abbauen

Wenn das Gewebe anschwillt und dadurch Druck auf die Nervenenden und Kapillare ausübt, verspüren wir ein schmerzhaftes Pochen. Die Haut ist einfach zu straff für so viel Flüssigkeit, die sich darunter ansammelt, deshalb erhöht sich der Druck und wir fühlen uns wie ein Luftballon, der jeden Augenblick platzen könnte.

Auch hier werden Schmerzen am besten zusammen mit der Ursache behoben. Wenn der Schmerz durch geschwollenes Gewebe (bei Knochenbruch, Verstauchung, Aufprall …) verursacht wird, stoppt die Kältekompression die übermäßige »Zirkulation« von Blut und Lymphe und verringert die Empfindlichkeit der Zellen, die für die Wahrnehmung von Schmerzen verantwortlich sind. Gleichzeitig können wir auch proteolytische Enzyme verwenden, die die Schwellung in Rekordzeit buchstäblich »auffressen«. Wenn die Schwellung das Gewebe nicht mehr strafft, schwindet auch das Schmerzempfinden und das Problem ist gelöst.

Schmerzreduzierung durch Änderung der »Software«

Haben auch Sie eine krumme Körperhaltung und dadurch bedingte Rückenschmerzen, können sie aber nicht loswerden?

Die Einnahme von Schmerzmitteln stoppt nicht den Verschleiß, der durch eine falsche Körperhaltung oder falsche Bewegungen verursacht wird. Schauen Sie sich Ihre Schuhe an – wenn ein Schuh oder ein Schuhrand stärker belastet ist als der andere, haben Sie eindeutig einen falschen Gang und belasten damit Ihre Wirbelsäule.

Die Feldenkrais-Methode berücksichtigt, dass viele Schmerzen schon im Gehirn registriert sind. Der Körper führt bestimmte Bewegungen programmgemäß aus, und obwohl es wehtut, können die meisten Menschen ein solches Programm nicht ändern. Feldenkrais war jedoch darum bemüht, solche schädlichen Gewohnheiten loszuwerden.

Die Methode wirkt so, dass Bewegungen ausgeführt werden, mit denen das Gehirn nicht vertraut ist und die also nicht automatisch ausgeführt werden können. Dies ermöglicht die Bildung neuer Nervenbahnen, die die Muskeln anders bewegen, sodass falsch anerzogene Gewohnheiten gelöscht werden können. Sobald wir das alte, falsche Programm gelöscht haben, können wir dem Körper wieder beibringen, Bewegungen richtig auszuführen, damit bestimmte Wirbel, Gelenke oder Muskeln nicht zu stark belastet werden.

Schmerzlinderung durch Hydrotherapie

Wassermassagen, Baden in Thermal- oder Meerwasser, Kneipp-Güsse, Bäder … all das sind schmerzlindernde Methoden, die stark unterschätzt werden, jedoch sehr effektiv sind. Die Hydrotherapie ist eine hervorragende vorbeugende Maßnahme, die eine messbar niedrigere Einnahme von Medikamenten ermöglicht und zur Reduzierung von (erneuten) Ausbrüchen chronischer Krankheiten beiträgt.

Bäder ermöglichen uns, saure Stoffwechselprodukte sehr schnell aus dem Gewebe zu entfernen und schmerzhafte Sedimente aufzulösen, ohne dabei Nieren, Leber oder Lunge zu belasten, während wir im Wasser entspannen und dem durch die Schwerkraft entlasteten Körper ermöglichen, wieder seine natürliche Position zu spüren.

Hydrotherapie umfasst auch das abwechselnde Auflegen von kalten und warmen Kompressen, wodurch die Durchblutung in allen unseren inneren Systemen erheblich beschleunigt wird und schmerzhafte Blockaden beseitigt werden.

Schmerzen verdünnen

Jedes Mal, wenn sich Blut und Lymphe verdicken, kommt es zu Engpässen im Körper. Dies kann an der Stelle einer alten Verletzung der Fall sein, wie z. B. bei engen Passagen, die aus einem längeren Sitzen und einer erzwungenen Haltung resultieren. In beiden Fällen erinnert uns der Schmerz daran, dass wir uns zu sehr »verdickt« haben. Sie haben wahrscheinlich schon des Öfteren in unseren Büchern gelesen, wie wichtig Gewürze bei der Blutverdünnung sind. Zimt, Ingwer, Kurkuma, Knoblauch, Bärlauch, Basilikum u. a. verdünnen das Blut sehr effektiv. Die Bedingung, dass sie ihre Mission gut erfüllen, ist, dass wir genügend trinken. Es ist schwer, kostbare Güter durch ein trockenes Flussbett zu befördern, deshalb können diese Pflanzen trotz ihrer wohltuenden Wirkung ihren Zweck nicht erfüllen, wenn wir dehydriert sind.

Wenn etwas weh tut, ruft der Körper vor allem nach Wasser. Kopfschmerzen waren früher für unsere Großmütter ein Warnlicht mit der Aufschrift »Wasser trinken!«. Heute werden es als »Kaffee trinken und Süßes essen!« missverstanden. Versuchen Sie es zuerst mit Wasser – in der Regel brauchen Sie nichts anderes, wenn es aber doch nicht helfen sollte, nehmen Sie einen der wertvollen natürlichen Schätze, die blutverdünnend wirken und die Durchblutung verbessern (Rosmarin, Ginkgo …), und das Problem ist schnell behoben.

 

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie im Buch „Heilkräuter und Gewürze gegen Schmerzen„.

 

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