Karnevalskrapfen sind leicht verdaulich – mit Gewürzen!

Februar 2021 – Es ist Karnevalszeit und im Internet sind überall wunderschöne Krapfen zu sehen. Sie müssen locker und saftig sein, einen hellen Streifen haben und natürlich lecker schmecken. Lecker ist bei Krapfen aber fast gleichbedeutend mit – fettig. Und selbst wenn man das Fett, in dem sie buchstäblich gebadet werden, nicht direkt schmeckt, steckt das Gebäck doch voll davon.

Um unsere Verdauung bei der Verarbeitung des vielen Fetts (das normalerweise raffiniertes, billiges Öl ist) und der stark verarbeiteten Kohlenhydraten (Mehl, Zucker) zu unterstützen, können wir kleine Helferlein in Form von Gewürzen um Hilfe bitten. Damit werden die Krapfen in der Tat zu einem wahren Genuss.

In klassischen Rezepten werden normalerweise nur Rum, Vanillin(!)zucker und Zitronenschale als Aromastoffe verwendet, aber das ist erst der Anfang der Geschichte…

Schritt für Schritt zum vollen Geschmack…

  1. Gewürze brauchen Wärme und keine Feuchtigkeit

Wenn die Kraft der Gewürze wirklich zum Ausdruck kommen soll, ist es gut zu wissen, dass sie die Gesellschaft von Fett mögen, das bereits im Krapfenteig vorhanden ist. In vielen Rezepten werden die Gewürze zunächst mit dem Eigelb vermischt. Aber dabei kann sich die Wirkung der Gewürze nur schwer entfalten, dann die Gewürze brauchen die Wärme, die im Fett verborgen ist, um ihren vollen Geschmack, ihr Aroma und ihre heilende Wirkung freizusetzen. Daher werden Gewürze immer zuerst mit dem Fett gemischt, das sie umhüllt und das Beste aus ihnen herausholt. Erst dann wird das Fett zum aufgeschlagenen Eigelb hinzugefügt.

  1. Verwenden Sie Gewürze aus biologischem Anbau

Für gute Krapfen sollten Sie nur erstklassige Zutaten verwenden, zu denen auch hochwertige Gewürze gehören. Wenn Sie das volle Aroma wünschen und auf Schwermetallrückstände lieber verzichten, sollten Sie nur Gewürze aus biologischem Anbau verwenden. Wenn Sie natürliche Gewürze vorziehen, entscheiden Sie sich für echte Vanille oder Vanillezucker (und nicht Vanillinzucker!).

  1. Ein Mörser für ein besseres Aroma

Ein gutes, volles Aroma ist ein Zeichen dafür, dass die größte Heilkraft aus dem Gewürz freigesetzt wird. Frisch zerstoßene Anissamen sind etwas völlig anderes als gemahlener Anis, bei dem sich schon alle Aromastoffe verflüchtigt haben. Frisch gemahlene Muskatnuss ist ein noch besserer Beweis dafür, dass dieselbe Art von Gewürz entweder wertlos (gemahlene, nicht mehr duftende Muskatnuss) oder eine echte Symphonie von Aromen (frisch gemahlene Muskatnuss) sein kann.

Welche Gewürze passen zu Krapfen?

In erster Linie natürlich Vanille (echte), wobei Sie frische Schoten (die teuerste Variante), Vanillezucker (selbst gemachter ist viel billiger), Vanilleextrakt oder Vanillepaste verwenden können. Im Handel sind viele verschiedene Produkte zu finden. Achten Sie aber unbedingt darauf, zu richtiger Vanille und nicht zu Fälschungen (wie Vanillin) zu greifen. Orangen- und/oder Zitronenschale gehört aucht unbedingt dazu und dabei brauchen Sie nicht sparsam zu sein. Je mehr die Krapfen davon enthalten, umso köstlicher werden sie sein. Verwenden Sie unbedingt Früchte aus biologischem Anbau, vorzugsweise frische Schalen, die zu dieser Jahreszeit überall erhältlich sind. Wenn Sie keine frischen Früchte zur Hand haben, sind biologische ätherische Öle von Zitrone und Orange, die zur Verwendung in Lebensmitteln zertifiziert sind (z. B. Baldini), ebenfalls äußerst praktisch. 5 Tropfen ersetzen die Schale einer Frucht. Außerdem passen Kardamom und Anis gut zu den anderen Gewürzen. Sie können außerdem etwas Kurkuma in den Teig geben, damit die Krapfen noch sonnengelber werden. Auf keinen Fall vergessen dürfen Sie die Muskatnuss, wenn Sie Ihren Zähnen etwas Gutes tun wollen. Selbst eine winzige Menge Muskatnuss bekämpft erfolgreich gefährlichen Bakterien in der Mundhöhle. Alle anderen der aufgeführten Gewürze tragen dazu bei, die Fülle an Fetten und Kohlenhydraten ohne großen Aufwand zu verdauen.

Welche Menge an Gewürzen?

Normalerweise werden Gewürze beim Backen in eher kleinen Mengen verwendet. Ich selbst bin immer etwas enttäuscht, wenn ich in wirklich hübsch anzusehendes Gebäck beiße, das aber geschmacklich nichts Besonderes sind. Wenn nur eine Mischung aus süß und fett zu schmecken ist, hält die Freude nicht lange an. Deshalb wollen wir immer noch mehr. Daher lohnt es sich, süßem Gebäck einen echten „Charakter“ zu verleihen. Stellen Sie sich vor, Sie beißen in einen Keks, dessen Geschmack eine so angenehme Empfindung hervorruft, dass Sie die Augen schließen und jeden Krümel genießen möchten. Sie tun dies definitiv langsam und mit großer Freude. Kein Herunterschlingen, kein Verlangen nach mehr …

Vielleicht erwarten Sie an dieser Stelle ein Rezept, aber wir möchten keinesfalls mit Ihrem Lieblingsrezept konkurrieren. Auch bei den Krapfen gibt es jedes Jahr neue Kreationen mit Gelinggarantie. Es ist wirklich schön zu sehen, wenn Menschen bereit sind, gute und erprobte Rezepte zu teilen.

Welches Rezept auch immer Sie wählen, sei es ganz klassisch, mit Sauerteig, vegan, auf die eine oder andere Weise vollwertig … vergessen Sie nicht, Gewürze hinzuzufügen! Folgende Mengen können Sie problemlos für ein Kilogramm Mehl verwenden:

  • geriebene Schale von 3 Bio-Zitronen
  • geriebene Schale von 3 Bio-Orangen
  • 2 Teelöffel Kardamom (ca. 6 g)
  • 1 Teelöffel Anis (ca. 2 g)
  • 3 Päckchen Vanillezucker
  • ½ Teelöffel Kurkuma (ca. 1 g)
  • ½ Teelöffel Muskatnuss (ca. 1 g)

Und denken Sie beim Backen an die wichtigste Zutat…

Die wichtigste Zutat beim Backen steht in keinem Rezept. Es dauert definitiv länger, Krapfen herzustellen und zu backen, als sie zu essen. Auch wenn der Teig nicht von Hand geknetet wird (eine gute Küchemaschine kann die harte Arbeit wirklich erleichtern), wird doch jeder Krapfen mit den Händen geformt. Je schöner und glatter die Teigstücke werden sollen, umso länger bearbeiten wir sie mit den Händen und schenken ihnen damit unsere Liebe. Wenn Sie sich daran machen, Krapfen zu backen, sollten Sie dafür auf jeden Fall gute Laune haben. In jedem Krapfen steckt nämlich ein Teil unserer Liebe. Und wenn wir in einen Krapfen beißen, den jemand mit dieser heiligsten Energie gefüllt hat, berührt der Geschmack auch das Herz.

Wir wünschen guten Appetit.

 

Autorin: Sabina Topolovec

Weiter interessante Tipps, wie leckere Speisen gesünder gemacht werden können, finden Sie im Buch „Heilkräuter und Gewürze für Kinder„.

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