Die Geschichte der Verwendung von Pfeffer

PfefferHaben Sie schon einmal darüber nachgedacht, warum gerade Salz und Pfeffer am häufigsten auf den Tisch kommen?

Und können Sie sich vorstellen, dass genau diese beiden Gewürze vor ein paar Jahrhunderten die einzigen gewesen wären, die Ihnen kein Wirt auf den Tisch gestellt hätte? Bei der Geschichte des Pfeffers geht es um viel mehr als nur um ein Küchengewürz.

Im historischen Sinn ist Pfeffer aber sicher eines der wichtigsten Gewürze.

So wie bei vielen anderen seiner Artgenossen, die aus dem Osten zu uns kamen, war die Herkunft des Pfeffers für die Menschen im Westen lange Zeit ein großes Geheimnis. Man glaubte, dass der Pfeffer von Drachen bewacht wird und seine schwarze Farbe vom Feuer stammt, mit dem die Einheimischen die Drachen vertreiben, um an ihn heranzukommen.

Aufzeichnungen belegen, dass die Handelswege, auf denen dieses Gewürz zu uns kam, nach den Eroberungen von Alexander dem Großen entstanden, also etwa 400 Jahre v. Chr.

Für Normalsterbliche war der Preis des Pfeffers unerschwinglich, weshalb er die ideale Wahl für Geschenke, Bestechungen und Schöntuerei, zur Abzahlung von Schulden und zur Demonstration eines hohen sozialen Status war.

Schon 400 Jahre v. Chr. schrieb der antike Dichter Antiphanes: „Wenn jemand Pfeffer mit nach Hause bringt, muss er als Spion verdächtigt und daher gefoltert werden.“

Dass Pfeffer schon im alten Ägypten bekannt war, bezeugen die Mumien. Man fand beispielsweise in den Nasenlöchern des Pharaos Ramses zwei Pfefferkörner.

Pfeffer2Zu Beginn des römischen Kaiserreichs war eine Libra (450 Gramm) schwarzer Pfeffer 40-mal teurer als Getreide bzw. man musste einige Tage lang dafür arbeiten. Und weil der Pfeffer so kostbar war, strebte Rom eine Verkürzung des damaligen Handelswegs an und drängte alle überflüssigen Mittelsmänner aus der Kette, indem man sich auf eigene Faust auf die Suche nach den Gewürzen und vor allem dem Pfeffer machte. Interessanterweise lernt man in unseren Schulen viel über die großen Seefahrer aus dem 15. Jahrhundert; in Wirklichkeit waren die spanischen und portugiesischen Seeleute allerdings nur unerfahrene Lehrjungen im Vergleich zu den Römern. Die römischen Schiffe, mit denen man den indischen.

Gewürzen entgegen fuhr, hatten eine Kapazität von 1000 Tonnen und dank ihres ausgezeichneten Wissens über die Winde und die Meeresströmungen reisten die Römer viel schneller und mit weniger Schwierigkeiten als ihre „Kollegen“ 1500 Jahre später.

Im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung (23-119 n. Chr.) hatten schon alle bessergestellten Häuser in Rom ein Pfeffergefäß als Statussymbol. Die Köchinnen der damaligen Zeit verwendeten den Pfeffer als unverzichtbares Gewürz in fast allen Speisen. Selbst Wein wurde mit Pfeffer gewürzt.

Auch die gotischen Volksstämme, die oft „Barbaren“ genannt wurden, waren vom Pfeffer begeistert und übernahmen ihn sehr schnell. Davon zeugt auch die Geschichte: Der gotische König Alarich, der im Jahr 408 Rom besetzte und sich die Stadt unterwarf, nahm ein vom römischen Senat angebotenes Lösegeld für das Leben der Römer an, das neben 5000 Pfund Gold, 30 000 Silbertalern, 4000 Seidenkleidern und 3000 Wollkleidern auch aus 3000 Pfund Pfeffer bestand.

Selbst durch die Stärkung des Christentums verlor der Pfeffer seine Bedeutung nicht, nur das Anwendungsmotiv „Genuss“ wurde durch „Medizin“ ersetzt. So wurden dem Pfeffer alle möglichen medizinischen Einsatzbereiche zugeschrieben, von Fieber und Durchfall bis hin zu Mundverletzungen. Da er laut Meinung der Kirche die Sinne zu sehr anregte, durfte er von den Kirchenmännern nur in Ausnahmefällen zu medizinischen Zwecken eingesetzt werden. Natürlich war die Definition der „medizinischen Zwecke“ von Kloster zu Kloster ziemlich unterschiedlich. Noch viel mehr unterschied sich die Auslegung dieser Vorschrift von den unteren Rängen bis zur Spitze der kirchlichen Hierarchie.

Pfeffer Suche

Mit Hilfe solcher Zeichnungen begab man sich auf die Suche nach Pfeffer und Kokos. Entdecken Sie den Pfeffer auf diesem Bild?

 

 

Teile diese Seite mit deinen Freunden