Sind synthetische Präparate tatsächlich stärker als pflanzliche Arzneimittel?

Die meisten Menschen sind grundsätzlich der Meinung, dass synthetische Medikamente stärker und schneller wirken als Heilkräuter. Aber stimmt das wirklich? Dank der Wissenschaftler in Ländern, wo die traditionelle Medizin noch stark ausgeprägt ist und vom Staat finanziell unterstützt wird, gibt es Vergleichsstudien, in denen pflanzliche Arzneimittel und registrierte Medikamente getestet werden. In diesen Ländern wurden auch viele Versuche durchgeführt, bei denen die Wirkung von Kräutern unmittelbar mit der Wirkung starker, registrierter Präparate verglichen wurde. Die Ergebnisse werden Sie überraschen.

synthetik natur

MINZE GEGEN KOPFSCHMERZEN

In einer deutschen randomisierten Doppelblindstudie und einer Kontrollstudie mit Placebos wurde nachgewiesen, dass 10-prozentiges ätherisches Pfefferminzöl in einer Alkohollösung Spannungskopfschmerzen schon nach 15 Minuten deutlich lindert. Die Intensität der Schmerzen verminderte sich vergleichbar wie bei der Einnahme von 1000 mg des synthetischen Analgetikums Acetaminophen (Paracetamol) (Nervenarzt. 1996; 67 (8): 672–681).

BASILIKUM VERDÜNNT DAS BLUT

Basilikumtee (75 mg/kg – das entspricht etwa 4 g Basilikum pro Tag für einen Erwachsenen) verdünnt das Blut genauso effektiv wie Aspirin®. Höhere Dosen Basilikum sind sogar effektiver als Aspirin® und verhindern in sehr viel größerem Maße die Verklebung der Thrombozyten (Thrombosis Research. 2006; 118 (6): 733-739).

KURKUMA

Kurkuma_1200pxKurkuma ist ein weiteres Gewürz mit zahlreichen, nachgewiesenen Wirkungsbereichen. Sie wirkt gleichzeitig entzündungshemmend und blutverdünnend und befreit den Körper von überschüssigem Cholesterin. Kurkuma ist besonders wirksam im Bezug auf die Gesundheit der Blutgefäße, chronische Entzündungen und die Unterstützung der Leber- und Gallenfunktion. Aber Vorsicht: Kurkuma hat eine so stark blutverdünnende Wirkung, dass es nicht empfehlenswert ist, sie gleichzeitig mit blutverdünnenden Medikamenten und vor chirurgischen Eingriffen einzunehmen.

KRESSE GEGEN ASTHMA

Arabische Forscher konnten nachweisen, dass ein Auszug aus Gartenkresse eine ähnliche Wirkungskraft bei der Linderung asthmatischer Anfälle und der Verbesserung der Lungenfunktion aufweist als synthetische Medikamente. Die Kresse verursacht dabei allerdings keine unerwünschten Nebenwirkungen (Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine. 2012; 2012: 596524).

WERMUT ALS ANTIDEPRESSIVUM

500 mg eines alkoholischen Wermutauszugs pro Kilogramm Körpergewicht zeigten in einem Versuch mit Mäusen eine ähnliche Wirkung wie das synthetische Antidepressivum Imipramin (10 mg/kg) (African Journal of Biotechnology. 2009; 8 (24): 7170-7175).

MELISSE GEGEN HERPES

MelisseDie Pharmaindustrie kann uns kein Mittel zu Heilung von Herpes bieten. Alle verfügbaren Präparate lindern ausschließlich die Symptome eines Herpesausbruchs. Die Melisse ist bei diesen lästigen Beschwerden der Beweis für die Weisheit und Kraft natürlicher Präparate. So wurde in einer placebokontrollierten klinischen Doppelblindstudie in Deutschland eine Melissencreme mit 1-prozentigem Trockenextrakt untersucht. Eine sichtbare Verbesserung war schon am zweiten Anwendungstag zu sehen (Phytomedicine. 1999 6 (4): 225–230).

LORBEER BEI SCHMERZEN

Die entzündungshemmende und analgetische Wirkung des Lorbeeröls ist mit einigen bekannten Schmerzmitteln und nichtsteroidalen synthetischen Medikamenten vergleichbar. (Phytotherapy Research. 2003: 17: 733-736).

KÜMMEL GEGEN PILZE

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Kümmel besser gegen Pilze wirkt als die normalerweise in der Schulmedizin verschriebenen Medikamente (z. B. Antimykotika wie Nistatin).

NELKEN UND MUSKATNUSS FÜR DIE POTENZ

In einer Studie, in der das Sexualverhalten von männlichen Mäusen untersucht wurde, verglich man Nelken und Muskatnuss mit dem Standardarzneimittel Penegra (Sildenalfil-Citrat, 5 mg/kg Körpergewicht), das im Grunde genommen ein generisches Viagra® ist. Man stellte fest, dass sowohl der Nelken- als auch der Muskatnussauszug (50-prozentige Ethanollösung, 500 mg/kg Körpergewicht) das sexuelle Verhalten der Männchen anregten und die Erfolgsquote bei der Paarung stark erhöhten. Die Nelken steigerten die Anzahl der Paarungsversuche der Männchen um 430 %, die Muskatnuss sogar um 743 %. Das ist zwar weniger als beim synthetischen Präparat (1135 %), aber die Gewürze wurden von den Wissenschaftlern als überaus wirksames Mittel zur Stärkung der Sexualkraft bewertet (BMC Complementary and Alternative Medicine. 2003; 3: 6).

DILLSAMEN ANSTELLE VON ANTIBIOTIKA

Indische Wissenschaftler wiesen nach, dass es ein wässriger Auszug aus Dillsamen (mit 40 °C warmem Wasser zubereiteter Tee) schon bei einer minimalen Konzentration (20-80 mg/ml) mit synthetischen Antibiotika aufnehmen kann. Der Dillauszug hemmt die meisten Bakterien, die den menschlichen Körper systematisch angreifen: Staphylokokken, Enterokokken, Salmonellen, E. coli und andere.

In derselben Studie wurde auch die Wirksamkeit von Fenchel mit synthetischen Antibiotika verglichen. Man fand heraus, dass Fenchel (60 mg/ml) gegen Pneumokokken und Bakterien, die Verdauungsstörungen und Durchfall verursachen, sogar besser hilft als klassische Antibiotika (BMC Complementary and Alternative Medicine. 2009; 9: 30).

Fotolia_53849203_Subscription_Monthly_MSCHWARZKÜMMEL GEGEN 1001 KRANKHEIT

Schwarzkümmel ist sicherlich die am häufigsten untersuchte Pflanze (450 wissenschaftliche Artikel sind im PubMed-Archiv zu finden). Auch die meisten klinischen Studien (16) wurden mit dem Schwarzkümmel durchgeführt. Die Pharmaindustrie bemüht sich deshalb sehr darum, den Schwarzkümmel für bestimmte Zwecke patentieren zu lassen. Wenn Sie mehr zu den wissenschaftlichen Nachweisen über die Wirkung des Schwarzkümmels bei Asthma, Allergien, verschiedenen Krebsformen, Cholesterin oder zur Prävention eines Hirnschlags, Stärkung der Nieren, Regeneration des Nervensystems, zum Schutz der Leber sowie bei Epilepsie, Fieber und Hautinfektionen erfahren möchten, finden Sie eine umfangreiche Beschreibung im Buch „Eine Prise Weisheit“. Das Öl aus den Schwarzkümmelsamen hat sich bei der Senkung der Cholesterin- und Triglyceridwerte, des Blutdrucks und der Blutfette bewährt. Eine Studie, die im Medicinal Archives 2012 veröffentlicht wurde, bestätigt, dass schon ein halbes Gramm Schwarzkümmel pro Tag nach vier Wochen den Cholesterinwert um 5 %, die Triglyceridkonzentration um 17 % und die Lipoproteine mit geringer Dichte um 8 % senkt. Es überrascht also nicht, dass die Araber den Schwarzkümmel „Gottes Segen“ nennen.

 

Noch viele weitere erstaunliche Beweise über die Kraft der Gewürze finden Sie in den Büchern „Eine Prise Gesundheit“ und „Eine Prise Weisheit“.